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Wo die Schneelöwen tanzen


Norbert Lüdtke, 16.05.2004

PETER MEIER-HÜSING

Maurice Wilsons vergessene Everest-Besteigung

1. Auflage, München: Malik 2003. Pappband mit Umschlag und Leseband. 13,5 x 21,5 cm: 264 Seiten, 8 Tafeln, 2 Karten 19,90

Wer ist Maurice Wilson? Eine Art Anti-Held der Bergsteigerszene der dreißiger Jahre. Zu Zeiten, als die „Eroberung des dritten Pols“ eine Frage der politischen Ehre war, die zwischen Großexpeditionen der europäischen Länder ausgetragen wurde, wollte Maurice Wilson ins Everest-Gebiet fliegen und den Berg allein ersteigen. Man hielt ihn für verrückt. War er ja auch – aber nicht verrückter als die meisten Globetrotter, wie sie in der dzg zu finden sein. Das Motiv zu einem solchen Vorhaben speist sich nun mal aus den Leidenschaften. Maurice Wilson ist solch ein Seelenverwandter der leidenschaftlich Reisenden. Exzentrisch und sympathisch.

Erst nahm man ihn nicht ernst. Doch Wilson bereitete sich zielstrebig vor. Er machte den Pilotenschein, kaufte ein kleines Flugzeug und flog los. Englische Regierungsvertreter befahlen ihm den Flug abzubrechen – aber er erreichte Indien. Nepal und Tibet verweigerten die Einreise – aber er reiste als Lama verkleidet zum Everest. Und er machte 1934 zwei Besteigungsversuche. Der zweite kostete ihn das Leben. Wie hoch er kam? Man weiß es nicht.

Peter Meier-Hüsing hat das Leben Wilsons aufwendig recherchiert. Er befragte Verwandte Wilsons, stöberte in Archiven, reiste nach Tibet und schuf aus den bruchstückhaften Informationen ein äußerst kurzweiliges und lesenswertes Buch, eine Mischung aus Essay, Roman und Reportage.

NORBERT LÜDTKE & ARCHIV ZUR GESCHICHTE DES INDIVIDUELLEN REISENS WWW.REISEGESCHICHTE.DE
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