24. Juni 1979 Hahnstätten-Zollhaus, Burg Hohlenfels
VORSTAND :
LUDMILLA TÜTING, LUTZ FEHLING, HERIBERT SEUL, ERICH BAUER, GISELA WALTHER, ACHIM HORN
Anfrage an die dzg: "Welche Voraussetzungen müßte ich haben, um ein Globetrotter zu werden? Würden Sie mir besondere Schulungsmaßnahmen anraten?" (T 18, 4)
Freundschaftlich scheidet die dzg von JOCHEN BLUDAU und der Naturbühne. Die Jahresfete findet auf Burg Hohlenfels im Taunus statt, beim frischgebackenen Burgbesitzer HANNES HEMANN (dzg). Auch HEINZ ROX-SCHULZ wohnt dort und LUDMILLA überlegt eine Zeit lang, dort mit der dzg einzuziehen.
Frankfurter Rundschau und Saarbrücker Zeitung berichten: "Einmal im Jahr trifft Deutschlands Abenteuer-Elite zum großen Thing, zum Weltpalaver zusammen, führt auch Satzungsdebatten durch - gottlob in haarsträubender Weise… Denn es handelt sich, Steuerprobleme inklusive, um einen "e.V.", eingetragenen Verein, dem merkwürdigsten weit und breit, ein liebenswürdiges Unding."
Doch die Burg ist zu eng für 270 Globetrotter, und im September jubelt LUDMILLA: "REINHOLD [KORTE] hat… den Traumplatz für unsere Jahresfete entdeckt… genau das, wonach wir fünf Jahre lang gesucht haben!" Das ist Gut Voswinckel bei Halver, an der Grenze von Sauerland und Bergischem Land. Sylvester 1979/80 treffen sich acht dzg'ler, u.a. GISELA WALTHER und UDO SCHWARK, im südindischen Kovalam (T 22, 1).
Die Gruppe Neues Reisen entsteht aus dem Arbeitskreistitleernativer Tourismus.
Insekten sammeln
Erich Bauer schrieb in Trotter 18, S. 4:
Ich fange auf meinen Reisen immer Insekten und verkaufe diese hier in Deutschland. Allerdings, ich studiere Biologie und verstehe einiges davon. Im Schnitt bekomme ich pro Tier etwa 50 Pfennig, nur läßt sich nicht alles verkaufen. Wer sich dafür interessiert, dem gebe ich gern Auskunft. Es lohnt sich aber nur für Leute, die ein bißchen was davon verstehen, also z. B. einen Käfer von einer Wanze und einer Zikade (es gibt auch Zikaden, die nur zwei mm groß sind) unterscheiden können. Das beste Sammelgebiet ist Afghanistan und im Himalaya. Vor drei Jahren war ich dort und habe fünf Wochen intensiv gesammelt. Erlös: 3500 DM!
Es stand im TROTTER:
Die Landenge von Panama nach Kolumbien, TAPON DEL DARIEN, ist klein, aber ein gewaltiges Hindernis für Landreisende. Die erste Autoexpedition scheiterte 1962, zehn Jahre später schaffte es ein englischer Militärkonvoi mit Luftlogistik. 1979 versucht es ein dzg'ler, ULRICH OSWALD, mit einem Toyota-Landcruiser:
"Bis zu dem umgestürzten Baum dort, um ausruhen zu können. Aber ohne Rast weiter, nur noch über zwei Gräben, zittrig, geschwächt. Bis zum nächsten Fluß durchkämpfen, noch durch das ausgetrocknete, brusthohe Schilffeld, Ekel über den eigenen Leib, bis zu den zwei Platanostauden, Hunger im Magen, den Hügel hoch, Schwäche in den Knien, die Seilwinde noch aufrollen, Schmerzen in den Händen, endlich das Bachbett. Wasser bis an die Knie, aber mit dem Wagen stecken bleiben, ausrutschen, hinfallen. Die letzte Büchse Fleischkäse öffnen, genußlos in den trockenen Zwieback beißen…" (T 21, 92)
Das schreib' ich der Zentrale …
Gefunden in Trotter 18, S. 4
Ein Bus auf dem Weg nach Dharamsala in Nordindien. Neben einem dzg-Mtglied ist noch ein Platz frei. Eine ängstlich aussehende deutsche Touristin setzt sich neben ihn und erklärt später, sie sei allein unterwegs, um sich zu emanzipieren. In Dharamsala angekommen, nehmen sie zusammen ein Hotelzimmer, weil sonst nichts frei ist. Am nächsten Morgen marschieren sie getrennt los und treffen sich abends wieder. Sie deutet an, sie wolle gerne mit ihm zusammen reisen. Er erklärt jedoch, er führe morgen schon weiter, und überhaupt, ob es denn nicht riskant gewesen sei, mit ihm ein Zimmer zu teilen. Er hätte doch wer weiß was mit ihr machen können. Was sie denn dann unternommen hätte.
Antwort: "Das hätte ich der Ludmilla geschrieben!"
Anmerkung (Ludmilla Tüting): Ich bin fast gestorben, als ich das hörte, denn erstens kenne ich die Dame nicht und zweitens gibt es wenig andere Männer, die mir näherstehen …
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